Und nochmal Gedanken zu diesem Thema:
Wieder unzählige neue Fundhunde und - Katzen an diesem Samstag im Tierheim.
Ausgesetzt, weggelaufen, vergessen ...? irgendwann mag man sich diese Frage schon gar nicht mehr stellen, weil es im Grunde egal ist.
Tatsache ist, es kommen fast täglich neue sog. "Fundhunde" in's Tierheim. Und das ist nur ein Tierheim von Hunderten in ganz Frankreich. Wenn man also nur mal jeden 2. Tag einen Fundhund rechnet, sind das abgerundet 3 Hunde pro Woche pro Tierheim.
Bei geschätzten 400 Tierheimen in Frankreich (private Tierhilfen nicht mitgezählt) wären das pro Woche 1200 Hunde, im Jahr also 60.000 Hunde die ausgesetzt werden oder als Strassenhund gefunden und in's Tierheim kommen.
Dabei sind nicht die mitgerechnet, die sterben ohne vorher aufgegriffen zu werden oder die nicht gefangen werden können, auch nicht die Zahl der daraus resultierenden Welpen.
Man kann das in verschiedenen Varianten hochrechnen und kommt dann schnell auf eine Zahl von mehreren Hundertausend bis über eine Million herrenlosen Hunden pro Jahr in Frankreich.
Die Katzen sind ein anderes Thema, hiervon gibt es weitaus mehr, weitaus mehr verwilderte auch, die sich vermehren, an Krankheiten und Hunger leiden.
Und alles, weil MENSCHEN VÖLLIG VERANTWORTUNGSLOS TIERE AUSSETZEN, VERGESSEN, SICH SELBST ÜBERLASSEN.
Daher wird Tierschutz immer ein Kampf gegen Windmühlen sein, für jeden vermittelten Hund kommen momentan alleine in das von uns mitbetreute Tierheim 2-3 neue Hunde, bei den Katzen ist der Multiplikator noch viel höher.
Oft herrscht Entsetzen über die Euthanasie, die noch in vielen französischen Tierheimen an der Tagesordnung ist. Angesichts der o.g. Zahlen ist diese zwar grausame Vorgehen aber manchmal vielleicht doch verständlich.
Niemand prangert die Menschen an, die hinter den ausgesetzten oder abgegebenen Tieren stehen, doch wie sollen Tierheime angesichts dieser Flut an Tieren nicht kapitulieren?
Ich möchte damit eigentlich auch nur einen Denkanstoss geben, dass es nicht immer nur eine Seite der Medaille zu betrachten gilt. Euthanasie ist schrecklich und sollte abgeschaft werden. Aber realisierbar ist das nur mit einer nationalen Kennzeichnungspflicht aller Tiere und drastischen Strafen bei Verstössen gegen das noch zu lasche Tierschutzgesetz.
Und solange es dies nicht gibt, solange Tierhalter nicht verantwortungsbewusster werden, solange nicht kastriert wird, werden diese Zahlen der Fundtiere so hoch bleiben, und sich niemand einen Kopf machen über das Wegwerfen und den Missbrauch seines Tieres, den das Aussetzen oder Verlassen bedeutet.
Die Natur des Menschen zu ändern, ist wohl kaum möglich.
Aber die Natur der Tiere zu erkennen und sich daran ein Vorbild zu nehmen, darüber sollten manche Menschen einmal nachdenken.
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Auf diesem Bild ist eine Hündin, die am Sonntag, 22. Mai 2011 gefunden wurde.
Ob sie je einen Namen hatte oder bei einem Tierarzt war, weiss niemand.
Aber er hat zwei sicht- und fühlbare Tumore, an der Brustwarze und in der Leiste.
Heute als ich sie gesehen habe wollte sie weder fressen noch trinken. Vielleicht ist sie schon so krank, dass sie bald sterben wird. Alleine im Zwinger eines Tierheims.
Vielleicht ist sie so entkräftet, dass sie gar nicht fressen kann. Sie ist schwer krank und wurde AUSGESETZT, denn so ein Hund wie sie, die läuft nicht weg von zu Hause.
Ein Bündel Fell, wie sie so da lag, regungslos und mehr tot als lebendig. Ich habe sie dann in's Krankenzimmer getragen, wo ein Platz frei geworden war.
Ob sie noch da sein wird, wenn ich das nächse Mal komme? Ob sie spürt, dass ein Mensch an ihn denkt und ihr alle Kraft der Welt wünscht, weiter zu leben oder ohne Schmerzen einzuschlafen?
Schon seltsam wenn man sich überlegt, wie viele Hunde Woche für Woche allein im Einzugsgebiet Mulhouse "verloren" gehen. Und das unabhängig von Alter und Rasse.
Wegwerfware Tier
Gekauft, kurz interessant gewesen und dann irgendwo aus dem Auto geworfen oder draussen angebunden - gewissenlos, kaltherzig und ignorant.
Manchmal möchte ich diese Menschen gerne sehen, wissen wie Leute aussehen, die ihre Tiere aussetzen, ohne mit der Wimper zu zucken. Die sie rausschmeissen und durch junge ersetzen, die nicht krank sind oder die ersten Alterswehwehchen haben.
Und dann schaue ich mich um in den Städten und Dörfern und bin sicher, ich habe ohne es zu wissen schon viele dieser Menschen gesehen.
Menschen, die ihre Tiere wie Müll behandeln. Müll entsorgt man für gewöhnlich meist noch irgendwie geregelt.
Die Hunde und Katzen aber überlässt man sich selbst, lässt ihnen manchmal ein Halsband, meist aber gar nichts als das blanke nackte Leben. Um das sie kämpfen müssen in der Hoffnung, dass jemand sie sieht, einfängt, findet und in ein Tierheim bringt oder die Brigade Verte oder die Feuerwehr alarmiert bevor sie sterben da draussen, verhungern, verdursten oder erfrieren.
Und dann schaue ich mich wieder um und sehe Menschen, die zu so etwas fähig sind. Sie sehen aus wie Du und ich. Ganz "normale" Menschen.
Aber was ist schon normal?
- Cheri, die Hündin auf dem Bild, ist vier Tage nachdem sie in's Tierheim kam, gestorben.
Das was ich ihren Menschen wünsche, die sie sterbenskrank ausgesetzt haben, möchte ich hier lieber nicht schreiben ... sie verdienen die Bezeichnung "Mensch" nicht in meinen Augen.
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