Als [Bild]Siam?/i (Siem, Sejem, Sayam, Thai: ประเทศสยาม, Aussprache: [pratʰêːt-sàjǎːm], einheimischer Name เมืองไทย – [mʉaŋ-tʰai]), wörtl. „Land der Freien“), wurde das Land bezeichnet, das zum Großteil dem heutigen Thailand entspricht. Zur Zeit seiner größten Ausdehnung im 19. Jahrhundert entsprach es etwa dem heutigen Staatsgebiet von Thailand, Kambodscha und Laos sowie Teilen von Malaysia, Myanmar und Vietnam.
Thailändische Historiker verweisen gerne auf ein Relief im Angkor Wat (südliche Galerie) aus dem 12. Jahrhundert, auf dem zum ersten Mal von „Siam“ die Rede ist. Hier wird in einer langen Truppen-Parade vor Suryavarman II. ein gewisser Jayasinghavarman dargestellt, der Truppen aus Lavo (heute Lopburi) und eine Gruppe von „Syam Kuk“-Söldnern anführt. Diese „braunhäutigen Menschen“ – dies ist wohl die ursprüngliche Bedeutung – sollen aus der Gegend des Flusses Kok stammen, der in der heutigen Provinz Chiang Rai fließt.
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wird in chinesischen Quellen „Siem“ erwähnt, ein Thai-Volksstamm aus dem Chao-Phraya-Tal.
George Cœdès (École française d’Extrême-Orient) fand in Nord-Thailand ein Dokument aus dem Jahre 1516 in der Pali-Sprache, das Ereignisse im Jahre 1339 beschreibt, die in „Sukhotayapura“ in „Syamadesa“, also in der Stadt Sukhothai im Lande Syam stattfanden. Im Pali-Englisch-Lexikon von Rhys Davids (The Pali Text Society, London) wird Sayam, das die Wurzel Sama hat, übersetzt mit „schwarz, gelb, grün oder golden“. Es ist auch bekannt, dass die Gegend um das Chao-Phraya-Tal in Pali als „Suvarnabhumi“ (Goldenes Land) bezeichnet wurde.
Die ersten Europäer, die über Siam berichteten, waren die Portugiesen, die unter Vizekönig Afonso de Albuquerque nach der Eroberung von Malakka im Jahr 1511 dort von einem „Königreich Sayam“ und einem König in Ayutthaya erfahren hatten.
Simon de La Loubère, der sich 1687 als französischer Gesandter in Ayutthaya aufhielt, schrieb 1693 in seinem Buch Description du royaume de Siam (deutsch „Beschreibung des Königreichs Siam“, Nürnberg 1800), dass der Name Siam den Siamesen selbst unbekannt sei: „Sie haben sich selbst den Namen Tai gegeben, das ist Die Freien … Und diejenigen, die der Sprache von Pegu mächtig sind, bestätigen, dass Siam in jener Sprache frei bedeute.“ (Pegu war zur Zeit La Loubères die Hauptstadt eines Mon-Reiches.)
In Verträgen, die während der Ayutthaya-Periode bis hin zur frühen Rattanakosin-Periode mit anderen Ländern geschlossen wurden, verwendete man in den europäischen Sprachen das Wort Siam, in der thailändischen Sprache jedoch Krung Sri Ayuddhaya.
Am 24. Juni 1939 wurde der Landesname auf Veranlassung des Diktators Feldmarschall Plaek Phibunsongkhram von „Siam“ in „Thailand“ (Thai: ประเทศไทย – [pratʰêːt-tʰai]) geändert. Als Grund wurde angegeben, dass „Siam“ ja ein Name sei, der nur von Ausländern benutzt worden sei. Auf Anraten von Japan brauche das Königreich eine neue Identität, unter der alle Thais vereinigt werden sollten. Dieses hat bis heute für kontroversen Diskussionsstoff gesorgt. Mit der neuen Verfassung von 1946 erfolgte die erneute Umbenennung in Siam, die jedoch bereits 1949 wieder rückgängig gemacht wurde.
Anfang Mai 2005 wurde von M.L. Panadda Diskul, der Präsidentin der Prinz-Damrong-Rajanubhab-Bibliothek, vorgeschlagen, den Namen „Siam“ parallel zu „Thailand“ als zweiten Namen zu benutzen, zu Ehren des 60-jährigen Thronjubiläums von König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) im Jahre 2007. Die Niederlande seien schließlich auch als Holland bekannt, die Schweiz auch als Helvetia und die USA auch als Amerika.
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